Unsere Azubis im Spotlight

 

Warum Pflege? 
Hier erzählen unsere Azubi-Botschafter*innen ihre Geschichten.

Botschafter: Justin

Ich bin Justin, 18 Jahre alt. Wenn man mich heute fragt, was ich beruflich mache, antworte ich stolz: „Ich bin in der Ausbildung zum Pflegefachmann“. Mein Weg in die Pflege war keine geradlinige Entscheidung, sondern eine Entwicklung, die bereits früh begann.

Von Blaulicht und großen Träumen

Schon mit 14 Jahren hat es mich zum Deutschen Roten Kreuz gezogen. Mein ursprünglicher Plan stand fest: Ich wollte Notfallsanitäter werden. Durch mein ehrenamtliches Engagement, bei dem ich heute in der Jugendleitung aktiv bin und parallel meinen Rettungshelfer mache, habe ich früh gelernt, was es heißt, für andere da zu sein. 

Mit 16 wollte ich ein Schulpraktikum im Rettungsdienst machen. Doch das ging nicht, weil ich zu jung war. So landete ich im Klinikum – erst in der Urologie, dann in der Anästhesie. Dort passierte es: Ich habe mich in dieses klinische Setting verliebt – gerade in der Anästhesie wusste ich, da will ich mal hin.

Etwas zurückgeben: Mein persönlicher Antrieb

Warum dieser soziale, oft harte Bereich? Für mich ist es eine Lebensaufgabe. Ich weiß, es braucht gute Fachkräfte, um Menschenleben zu erhalten. Mein Ansporn ist es, dass diese Hilfe gewährleistet wird. In der Ausbildung an der AKADEMIE2 lerne ich nun das Handwerkszeug dafür. Mein Wissen vom DRK hilft mir in der Klinik, und die Ausbildung macht mich zu einem besseren Helfer im Ehrenamt.

Ausbildung auf Augenhöhe

Die generalistische Ausbildung ist anspruchsvoll: Zurecht, denn das dient letztlich dem Wohl der Patienten. Ich will Verantwortung übernehmen, und das fordere ich auch in der Praxis ein. Das ist nicht immer leicht, besonders wenn ich auf Pflegekräfte der „alten Schule“ treffe. Aber ich lasse mich nicht beirren. Ich setze mich dafür ein, dass wir Azubis ernst genommen werden, denn wir sind die Fachkräfte der Zukunft.

Grenzen setzen und Ziele erreichen

Der Alltag zwischen Schichtdienst, Lernen und DRK-Einsätzen – manchmal bis nachts um drei – ist fordernd. Doch ich habe eine Strategie, um nicht auszubrennen: Kasack oder Uniform aus, in den Schrank legen – damit fällt der Stress ab. An der DIE AKADEMIE2 fühle ich mich gut unterstützt. Die Lehrkräfte haben immer ein offenes Ohr.

Mein Rat an alle, die noch zögern: Macht ein Praktikum, dann verliebt ihr euch in diesen Job.

Facts über Justin
 

  • Alter: 18 Jahre
  • Ausbildung: 1. Ausbildungsjahr zum Pflegefachmann am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl
  • Engagement: Seit dem 14. Lebensjahr beim DRK; aktiv in der Jugendleitung und als angehender Rettungssanitäter.
  • Lebensmotto: „Verantwortung übernehmen und Menschenleben erhalten“

Azubi-Botschafterin: Sandra

Mein Name ist Sandra, ich bin 28 Jahre alt. Mein Weg in den Beruf, den ich heute liebe, war alles andere als geradlinig. Manchmal braucht man eben einen Umweg, um anzukommen.

Der Umweg über die Informatik

Nach meiner Fachhochschulreife hatte ich eigentlich andere Pläne. Ich wollte zwar etwas Sinnvolles machen und Menschen helfen, wusste aber nicht genau wie. Deshalb begann ich zunächst ein Studium im Bereich IT Business. Doch schnell merkte ich, dass mir etwas fehlte. Auch ein Wechsel zu International Management änderte daran nichts.

Ich war auf der Suche nach einer Aufgabe, die wirklich zu mir passt – und ahnte nicht, dass die Antwort längst in meiner Vergangenheit lag.

Schon während der Schulzeit hatte ich ein einjähriges Praktikum am Klinikum Kehl gemacht. Es hatte mir damals sehr gut gefallen. Trotzdem dachte ich: „Da gibt es bestimmt noch etwas Besseres.“ Heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe.

Ein Anruf, der alles verändert hat

2023 kam der Wendepunkt eher zufällig. Für einen Nachweis meines früheren Praktikums rief ich Robert Püschel von der Pflegedirektion in Kehl an. Er fragte mich, was ich inzwischen mache, und brachte mich auf die Idee, eine Ausbildung in der Pflege zu beginnen.

Ich bewarb mich – und heute, im dritten Lehrjahr, kann ich sagen: Das war genau die richtige Entscheidung. Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß. Besonders schön finde ich, dass jeder Einsatzbereich anders ist. Ob auf der Geburtsstation oder in der Unfallchirurgie – jeder Tag bringt neue Erfahrungen.

Ausbildung und Studium gleichzeitig

Das Besondere an meinem Weg ist, dass ich parallel zur Ausbildung Pflegewissenschaften in Freiburg studiere. Die Kombination funktioniert für mich gut, weil ich organisiert arbeite und gerne Neues lerne.

Die Dozentinnen und Dozenten der AKADEMIE² unterstützen mich dabei sehr. Für Vorlesungen werde ich freigestellt und kann das Gelernte direkt mit meinen Praxiserfahrungen verbinden.

Was ich an der Pflege besonders schätze, ist ihre Vielfalt. Es gibt unglaublich viele Entwicklungsmöglichkeiten. Man kann direkt mit Patientinnen und Patienten arbeiten, organisatorische Aufgaben übernehmen, studieren oder später selbst ausbilden und unterrichten.

Ein Team wie eine Familie

Was meine Ausbildung an der AKADEMIE² aber wirklich besonders macht, ist der Zusammenhalt in meiner Klasse. Ich hatte noch nie eine Klasse, in der sich alle so gegenseitig unterstützen. Jeder wird einbezogen und kann sich einbringen.

Auch auf den Stationen erlebe ich eine wertschätzende Zusammenarbeit. Eine gute Arbeitsatmosphäre macht einen großen Unterschied – für das Team genauso wie für die Patientinnen und Patienten.

Liebe geht durch den Magen

Wenn ich nicht in der Klinik oder an der Schule bin, koche ich gerne. Für mich ist das pure Entspannung. Ich liebe es, Familie und Freunde mit einem guten Essen zusammenzubringen. Dabei probiere ich gern Neues aus – von deutscher Hausmannskost über Gerichte aus meiner Heimat Kamerun bis hin zu asiatischen Spezialitäten.

Mein Rat an dich

Die Pflege ist für mich viel mehr als das, was viele Menschen darüber denken oder erzählen. Mein Rat lautet deshalb: Mach das, was dir wirklich Freude macht. Wenn du etwas mit Überzeugung und Leidenschaft machst, bleibst du auch dabei.

Ich habe meinen Platz gefunden – und dafür bin ich jeden Tag dankbar.

Facts über Sandra
 

  • Alter: 28 Jahre
  • Ausbildung: Pflegefachfrau im 3. Lehrjahr, Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl
  • Besonderheit: Absolviert parallel zur Ausbildung ein Pflegestudium in Freiburg
  • Hobby: Leidenschaftliche Köchin 
  • Lebensmotto: „Mach, was dir am besten gefällt!“

Azubi-Botschafterin: Kathrin

Warum ich mit 45 noch einmal neu durchstarte

Manche fragen mich, warum ich mir das mit 45 Jahren noch einmal „antue“: eine neue Ausbildung, Prüfungsstress und das Lernen bis spät in die Nacht. Doch für mich ist der Weg zur Pflegefachkraft an DIE AKADEMIE2 kein Umweg, sondern die Erfüllung einer Herzensangelegenheit. Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern weiß ich: Es ist nie zu spät, seinen Platz zu finden.

Eine Entscheidung, die tief aus meinem Inneren kommt

Dass ich heute in der Pflege arbeite, hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Meine Eltern sind krank geworden... ich habe sie auch früh verloren. Meine Geschwister und ich haben sie selbst gepflegt. Damals fühlte ich mich oft hilflos, weil mir das fachliche Wissen fehlte. Dieser persönliche Verlust hat mich Schritt für Schritt in diesen wunderbaren Beruf geführt.

Starke Partner: Die AWO und die DIE AKADEMIE2

Acht Jahre lang war ich als Helferin beim AWO Seniorenzentrum Hanauerland tätig, bevor ich den Mut für die generalistische Ausbildung fasste. Die AWO hat mich von Anfang an unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch die Schule, DIE AKADEMIE2, ist eine enorme Stütze. Als Alleinerziehende habe ich besondere Bedürfnisse, und darauf wird bei der Einsatzplanung Rücksicht genommen. Meine Außeneinsätze sind immer in der Nähe meines Wohnorts. In der Nähe meiner Kinder.

Mehr als nur eine Mitschülerin: Die „Klassen-Mama“

In meiner Klasse bin ich die Älteste, anfangs fühlte sich das komisch an – besonders vor der ersten Klassenarbeit, als meine Hände vor Aufregung zitterten. Doch die Gemeinschaft ist einzigartig. Gleich zu Beginn des Schuljahres bin ich Klassensprecherin geworden, worauf ich sehr stolz bin. Viele meiner Mitschüler kommen aus Indien oder Ländern in Afrika. Sie schätzen meine Erfahrung. Sie sehen mich so ein bisschen als Mama. Ich unterstütze sie, wo ich kann, damit wir alle gemeinsam unser Ziel erreichen.

Kraftquelle Handball

Wie ich das alles schaffe? Mein Geheimnis ist der Sport. Nach langer Pause bin ich zum Handball beim TuS Helmlingen 1920 zurückgekehrt. Die Entscheidung, wieder mit dem Sport anzufangen war das Beste, was ich machen konnte. Wenn ich auf dem Feld stehe, finde ich die Energie, die ich für den Alltag zwischen Schichtdienst und Erziehung brauche.

Pflege mit Seele

Für mich ist Pflege kein Job, den man einfach nur „erledigt“. Ich pflege wirklich mit Herz. Ich will, dass die Bewohner glücklich sind. Ob ich mit den Senioren tanze oder ihnen einfach nur zuhöre – diese menschliche Wärme ist es, was mir Kraft gibt. Mein Rat an jeden, der eine Ausbildung in der Pflege machen möchte: Man muss mit Herz dabei sein. Das ist das Wichtigste.

Facts über Kathrin
 

  • Alter: 45 Jahre
  • Familie: Alleinerziehend, zwei Kinder (10 und 13 Jahre)
  • Hintergrund: 8 Jahre Pflegeerfahrung bei der AWO
  • Aktueller Status: 1. Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft an DIE AKADEMIE2
  • Besonderes: Klassensprecherin
  • Leidenschaft: Handballspielerin beim TuS Helmlingen 1920
  • Credo: „Ich pflege mit Herz“

Azubi-Botschafterin: Emmanuelle

Mein Name ist Emmanuelle, ich bin 22 Jahre alt und befinde mich aktuell im zweiten Jahr meiner generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau. Dass ich heute hier in Deutschland im Klinikum Lahr stehe, war kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung. Ich bin extra aus Kamerun für diese Ausbildung hergekommen.

Ein Versprechen an meinen Vater

Dass ich in die Pflege wollte, hat einen persönlichen Grund. Mein Papa ist an Lungenkrebs gestorben. Damals war ich noch jung und fühlte mich hilflos. Ich wollte mich um ihn kümmern, aber ich wusste nicht wie. Daraus hat sich der Wunsch entwickelt, anderen das zu geben, was ich meinem Vater nicht geben konnte. Das treibt mich jeden Tag an.

Kulturschock und Sprachbarrieren

Der Anfang in Deutschland war nicht einfach. Es gab viele kulturelle Unterschiede. Ich war überrascht, dass Menschen ganz offen im Zug Bier trinken und dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen sind. Eine der größten Hürden war jedoch die Sprache. In Kamerun habe ich Hochdeutsch gelernt, aber hier sprechen viele Dialekt. Inzwischen verstehe ich das Badische zwar gut, aber ich sage immer lachend: „Ich verstehe, aber ich versuch’s nicht zu reden“.

Zwischen Klinikalltag und Lernstress

In der Praxis fühle ich mich besonders wohl. Mir macht es Freude, mit meinen Händen zu arbeiten, anstatt nur im Klassenzimmer zu sitzen. Dass ich für meine Arbeit geschätzt werde, geben mir die Patienten direkt zurück. Es berührt mich sehr, wenn sie sagen: „Gott sei Dank, Sie sind da“.

Doch der Weg ist nicht immer leicht. Besonders der Einsatz auf der Neurologie mit Schlaganfallpatienten war zu Beginn eine emotionale Herausforderung. Man sieht viel Leid, und man muss lernen, damit umzugehen.

Die Kunst, Grenzen zu ziehen

Um in diesem Beruf nicht auszubrennen, habe ich für mich eine klare Grenze gezogen. Ich versuche, mein Arbeitsleben von meinem Privatleben zu trennen. Mein wichtigstes Ritual ist das Umziehen. Wenn ich meine Arbeitskleidung anhabe, bin ich im „Arbeitsmodus“. Aber wenn ich meine persönlichen Kleidungen anziehe, weiß ich: Okay, Feierabend. Alles, was im Krankenhaus passiert, bleibt dort. Das schützt mich vor Überforderung.

Trotzdem ist es manchmal schwer, den Ausgleich zu finden. Früher habe ich gerne Bücher geschrieben, aber seit dem Ausbildungsbeginn fehlt mir oft die Zeit und die Kraft dafür. Manchmal lese ich und schaue Fernsehen.

Mein Rat: Verliere nie das Ziel aus den Augen

Wenn mich andere Azubis fragen, wie ich das alles schaffe, sage ich ihnen: „Das Wichtigste ist das Ziel, und das muss man immer im Kopf haben“. Die Ausbildung ist hart und man fühlt sich oft überfordert. Aber man darf nicht aufgeben. Die Unterstützung von DIE AKADEMIE2² hilft mir dabei. Die Lehrer sind wunderbar, sie erklären viel und sind sogar in ihrem Urlaub für uns Schüler erreichbar.

Pflege ist nicht einfach nur ein Job – es ist der Weg zu meinem Ziel, eine professionelle Pflegekraft zu werden und Menschen so gut wie möglich zu helfen.

Facts über Emmanuelle 
 

  • Alter: 22 Jahre
  • Herkunft: Kamerun
  • Ausbildung: Pflegefachfrau (Generalistik), 2. Lehrjahr
  • Aktueller Einsatz: Neurologie im Ortenau Klinikum Lahr
  • Hobbys: Lesen, Fernsehen und (ehemals) Bücher schreiben
  • Ihre Botschaft: „Nicht aufgeben! Das Ziel am Ende ist es wert“.

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