Unsere Azubis im Spotlight
Warum Pflege?
Hier erzählen unsere Azubi-Botschafter*innen ihre Geschichten.
Azubi-Botschafter: Gomez
Seit Oktober 2024 lebe ich in Offenburg. Für meinen Traum, Pflegefachmann zu werden, habe ich meine Heimat Kamerun verlassen und einen Neuanfang gewagt. Die AKADEMIE2 hat mir die Chance gegeben, diesen Weg zu gehen.
Ankommen in einer neuen Umgebung
Natürlich habe ich manchmal Heimweh – das gehört dazu, wenn man seine Heimat verlässt. Zum Glück gibt es Videocalls! Auch hier habe ich Menschen gefunden, die mich unterstützen: meine Freunde vom Fußballplatz, meine Dozent*innen und das Ausbildungsteam. Wenn ich Fragen habe, kann ich jederzeit mit ihnen sprechen. Diese Offenheit hat mir geholfen, mich einzuleben und meinen Weg zu finden.
Professionelle Nähe in der Pflege
Ob in der AKADEMIE2 oder der praktischen Ausbildung im Paul-Gerhardt-Werk, jeden Tag lerne ich, wie wichtig die Beziehung zu den Bewohner*innen ist. Eine Dozentin hat im Unterricht eine simple Frage gestellt: „Wie würdest du dir wünschen, dass deine eigene Mutter einmal gepflegt wird?“ Dieser Gedanke begleitet mich im pflegerischen Alltag. Er hilft mir, den Bewohner*innen mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen. Gleichzeitig lerne ich, was professionelle Nähe bedeutet – also Vertrauen aufzubauen und dennoch die notwendige Distanz zu wahren.
Fußball als Brückenbauer
Was mir in Deutschland sofort ein Gefühl von Heimat gegeben hat, ist – wie schon oben erwähnt – der Fußball. Ich spiele seit meiner Kindheit. In Kamerun ist Fußball das Wichtigste. Hier in der Ortenau ist es die perfekte Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Pläne für die Zukunft
Ich bin nicht nur hier, um eine Ausbildung abzuschließen. Ich habe Visionen. Nach meinem Abschluss möchte ich mich im Bereich Management oder Pädagogik weiterbilden. Mein großes Ziel ist es, Pflegedienstleiter zu werden oder als Pflegepädagoge zurück an DIE AKADEMIE2 zu kommen. Es wäre ein Traum, eines Tages selbst als Dozent vor einer Klasse zu stehen.
Mein Rat an alle: Man kann ohne Ziel laufen, aber nur mit einem Ziel hat man die richtige Richtung. Ich habe meine Richtung gefunden und freue mich auf alles, was noch kommt.
Facts über Gomez
- Name: Gomez Alter: 23 Jahre
- Ausbildung: Pflegefachmann (2. Ausbildungsjahr) im Paul-Gerhardt-Werk
- Hobby: Leidenschaftlicher Fußballer
- Zukunftsvision: Pflegedienstleiter oder Dozent an der AKADEMIE2
- Motto: „Man muss mit Ziel laufen!“
Azubi-Botschafterin: Ronja
Mein Name ist Ronja, ich bin 20 Jahre alt und stehe kurz vor meinem zweiten Lehrjahr an der AKADEMIE2. Schon als Kind war mir klar, dass ich beruflich „irgendwas Soziales“ machen wollte. Mit 14 Jahren festigte sich dieser Wunsch: Ein Rettungseinsatz an meiner Schule faszinierte mich so sehr, dass ich wusste: Ich will genau dorthin, wo Menschen Hilfe brauchen.
Von der Schule direkt in die Praxis
Nach meiner Mittleren Reife zog es mich nicht in ein klassisches Büro. Ich wollte anpacken. Deshalb absolvierte ich zunächst 16 Monate lang einen Bundesfreiwilligendienst auf einer Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) im Ortenau Klinikum. Diese Zeit hat mich geprägt und mir gezeigt, wie viel Mut man Patient*innen zusprechen kann.
Heute lerne ich an der AKADEMIE2 und erlebe eine Ausbildung, die mich täglich fordert und bereichert. Ob im ambulanten Dienst, wo ich morgens um 6 Uhr die Touren vorbereite, Medikamente richte und dann von Patient*in zu Patient*in fahre, oder auf Spezialstationen – jeder Tag ist anders. Besonders die Dankbarkeit der Menschen berührt mich. Wenn Patient*innen mir Tipps für mein eigenes Leben geben oder wir gemeinsam über Fußball fachsimpeln, spüre ich: Wir geben uns gegenseitig Kraft.
Keine Angst vor dem Ende: Meine Sicht auf den Tod
Ein Thema, das viele in meinem Alter abschreckt, ist der Tod. Doch für mich gehört er zum Leben dazu. Ich habe bereits mehrere Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet. Berührungsängste? Die habe ich nicht. Ich finde, wenn man allein in einem stillen Raum sitzt, ist es lauter, als in einem Patientenzimmer, in dem ein Verstorbener liegt. Es ist ein besonderes Gefühl der Ruhe.
Schon während meines Freiwilligendienstes habe ich gelernt, auch mit Verstorbenen zu kommunizieren. Das nimmt die Angst. Ein Satz meiner Oma ist dabei mein ständiger Begleiter geworden: „Das Schönste, was einem passieren kann, ist nach dem Tod jemanden zu haben, der sich um einen kümmert.“ Mit dieser Einstellung gehe ich in diese Zimmer – mit tiefem Respekt und dem Wissen, dass meine Arbeit auch in den letzten Stunden eines Menschen unendlich wertvoll ist.
Ein neues Bild für einen starken Beruf
Wenn ich als Azubi-Botschafterin auf Messen unterwegs bin, höre ich oft Vorurteile. Viele denken, wir verdienen nichts oder hätten nur miese Arbeitszeiten. Aber am meisten ärgert mich das Klischee des reinen Hilfsarbeiters. Ich sage den Schülern dann, Pflege ist so viel mehr. Wir tragen eine enorme medizinische Verantwortung, koordinieren Behandlungen und sind oft die wichtigste emotionale Stütze.
Natürlich ist es mental nicht immer einfach. Es gibt Tage, da komme ich heim und muss das Erlebte erst einmal verarbeiten. Aber ich kämpfe dafür, dass das Bild der Pflege in der Öffentlichkeit richtiggestellt wird.
Kraftquelle Bogenschießen
Um den Kopf nach einem langen Dienst freizubekommen, habe ich ein besonderes Hobby: das Bogenschießen. Wenn ich auf dem Platz stehe, brauche ich absolute Konzentration und mentale Stärke. Danach ist der Stress des Tages verflogen.
Wie meine Pläne für die Zukunft aussehen? Ich kann mir vorstellen, später auf der Kinderintensivstation zu arbeiten oder mich im Wundmanagement zu spezialisieren. Mein Rat an alle: Traut euch in die Pflege! Es ist ein Beruf mit Herz, Verstand – und einer riesigen Portion Verantwortung.
Facts über Ronja
- Alter: 20 Jahre
- Ausbildungsstand: Pflegefachfrau im 2. Ausbildungsjahr
- Vorerfahrung: 16 Monate Bundesfreiwilligendienst (Stroke Unit) und Praktikum im Altenheim
- Stationen: Ambulanter Pflegedienst, Stroke Unit, Entbindung, Kardiologie
- Hobbys: Bogenschießen, Lesen
- Zukunftsziel: Kinderintensivpflege, Stroke Unit oder Wundmanagement
Azubi-Botschafterin: Arya
Mein Name ist Arya, ich bin 23 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Kerala in Indien. Vor zwei Jahren habe ich eine mutige Entscheidung getroffen: Ich habe mein gesamtes Leben, meine Freunde und meine Sprache hinter mir gelassen, um in Deutschland eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beim Ortenau Klinikum und an der AKADEMIE2 zu beginnen.
Unterstützung, die Grenzen überwindet
Die Ausbildung in Deutschland genießt einen hervorragenden Ruf, und das zu Recht. Es ist eine riesige Chance: Man lernt nicht nur Theorie, sondern bekommt direkt Arbeitserfahrung und – was anders als in Indien ist – die Ausbildung ist kostenlos und man verdient sogar sein eigenes Geld.
Natürlich war der Anfang hier nicht leicht. Der Unterricht findet auf Deutsch statt. Ich konnte zuerst nicht alles verstehen. Aber ich habe gekämpft. Wenn ich Fachbegriffe lerne, wiederhole ich die Definitionen immer wieder, übersetze sie ins Englische oder nutze moderne Tools wie ChatGPT, um Sätze umzuformulieren und die Sprache wirklich zu durchdringen. An der AKADEMIE2 habe ich zudem tolle Unterstützung: Wenn ich emotional mal an einem Tiefpunkt bin, haben die Lehrerinnen ein offenes Ohr für mich.
Was mir zusätzlich Sicherheit gibt, sind die Lernpaten im Bildungshaus in Achern. Sie sind erfahrene Begleiter, an die wir uns auch bei ganz praktischen Problemen im Alltag wenden können. Einmal wurde mir zum Beispiel ein Einsatz im ambulanten Dienst zugeteilt, der so weit entfernt war, dass ich ihn mit dem Fahrrad – besonders bei Spätdiensten – niemals hätte erreichen können. Meine Lernpatin hat meine Situation sofort verstanden, das Gespräch gesucht und sich direkt für mich eingesetzt, um eine Lösung zu finden. Es ist ein unglaublich beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es Menschen gibt, die einem unterstützen.
Botschafterin aus Leidenschaft
Ich bin Azubi-Botschafterin geworden, weil ich den Menschen zeigen möchte, was Pflege wirklich bedeutet. Pflege ist viel mehr als nur ein Beruf – es geht darum, für andere da zu sein und Menschen zu helfen, die man vorher gar nicht kannte.
Die schönste Belohnung für meine Arbeit sind etwa die Dankesbriefe, aber vor allem auch die direkte Wertschätzung: Sogar wenn ich einen schlechten Tag hatte – wenn mich jemand anlächelt, weil ich ihm geholfen habe, motiviert mich das total. Das ist ein unschätzbarer Wert, den man in kaum einem anderen Beruf findet.
Zwischen Heimweh und indischen Rhythmen
Ich verschweige nicht, dass ich oft Heimweh habe. Ich vermisse meine Familie, meine Freunde und meine Sprache. Es ist ein großer kultureller Unterschied: In Deutschland reden wir viel mehr über Privates und mischen uns oft tief in das Leben der Patienten ein, um sie ganzheitlich zu beraten. In Indien ist das Verhältnis zum medizinischen Personal eher respektvoll-distanzierter. Ich lerne jeden Tag, diese Welten zu verbinden und dabei auch meine eigene Seele zu schützen.
Um den Kopf frei zu bekommen, habe ich ein ganz besonderes Rezept: Musik und Tanz. Ich besitze drei Kopfhörer und einen Speaker – wenn ein Akku leer ist, wechsle ich sofort zum nächsten, damit die Musik nie aufhört.
Die Zukunft im Blick
Nach meiner Ausbildung stehen mir alle Türen offen. Ob Qualitätsmanagement, Hygiene oder ein Studium – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Doch jetzt möchte ich mich erst einmal darauf konzentrieren, meine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Mein Weg hat gerade erst begonnen, und ich bin stolz darauf, Teil der #TalentsForHumanCare zu sein.
Facts über Arya
- Alter: 23 Jahre
- Ausbildungsstand: 2. Lehrjahr zur Pflegefachfrau
- Besonderheit: Absolvierte ein FSJ beim DRK in Köln, bevor sie die Ausbildung startete.
- Sprachmanagement: Nutzt Übersetzungstools und englische Fachliteratur zur Vertiefung.
- Hobbys: Leidenschaftliches Tanzen (indisch und andere Stile) und Musikhören zur Entspannung
Azubi-Botschafter: Justin
Ich bin Justin, 18 Jahre alt. Wenn man mich heute fragt, was ich beruflich mache, antworte ich stolz: „Ich bin in der Ausbildung zum Pflegefachmann“. Mein Weg in die Pflege war keine geradlinige Entscheidung, sondern eine Entwicklung, die bereits früh begann.
Von Blaulicht und großen Träumen
Schon mit 14 Jahren hat es mich zum Deutschen Roten Kreuz gezogen. Mein ursprünglicher Plan stand fest: Ich wollte Notfallsanitäter werden. Durch mein ehrenamtliches Engagement, bei dem ich heute in der Jugendleitung aktiv bin und parallel meinen Rettungshelfer mache, habe ich früh gelernt, was es heißt, für andere da zu sein.
Mit 16 wollte ich ein Schulpraktikum im Rettungsdienst machen. Doch das ging nicht, weil ich zu jung war. So landete ich im Klinikum – erst in der Urologie, dann in der Anästhesie. Dort passierte es: Ich habe mich in dieses klinische Setting verliebt – gerade in der Anästhesie wusste ich, da will ich mal hin.
Etwas zurückgeben: Mein persönlicher Antrieb
Warum dieser soziale, oft harte Bereich? Für mich ist es eine Lebensaufgabe. Ich weiß, es braucht gute Fachkräfte, um Menschenleben zu erhalten. Mein Ansporn ist es, dass diese Hilfe gewährleistet wird. In der Ausbildung an der AKADEMIE2 lerne ich nun das Handwerkszeug dafür. Mein Wissen vom DRK hilft mir in der Klinik, und die Ausbildung macht mich zu einem besseren Helfer im Ehrenamt.
Ausbildung auf Augenhöhe
Die generalistische Ausbildung ist anspruchsvoll: Zurecht, denn das dient letztlich dem Wohl der Patienten. Ich will Verantwortung übernehmen, und das fordere ich auch in der Praxis ein. Das ist nicht immer leicht, besonders wenn ich auf Pflegekräfte der „alten Schule“ treffe. Aber ich lasse mich nicht beirren. Ich setze mich dafür ein, dass wir Azubis ernst genommen werden, denn wir sind die Fachkräfte der Zukunft.
Grenzen setzen und Ziele erreichen
Der Alltag zwischen Schichtdienst, Lernen und DRK-Einsätzen – manchmal bis nachts um drei – ist fordernd. Doch ich habe eine Strategie, um nicht auszubrennen: Kasack oder Uniform aus, in den Schrank legen – damit fällt der Stress ab. An der DIE AKADEMIE2 fühle ich mich gut unterstützt. Die Lehrkräfte haben immer ein offenes Ohr.
Mein Rat an alle, die noch zögern: Macht ein Praktikum, dann verliebt ihr euch in diesen Job.
Facts über Justin
- Alter: 18 Jahre
- Ausbildung: 1. Ausbildungsjahr zum Pflegefachmann am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl
- Engagement: Seit dem 14. Lebensjahr beim DRK; aktiv in der Jugendleitung und als angehender Rettungssanitäter.
- Lebensmotto: „Verantwortung übernehmen und Menschenleben erhalten“
Azubi-Botschafterin: Sandra
Mein Name ist Sandra, ich bin 28 Jahre alt. Mein Weg in den Beruf, den ich heute liebe, war alles andere als geradlinig. Manchmal braucht man eben einen Umweg, um anzukommen.
Der Umweg über die Informatik
Nach meiner Fachhochschulreife hatte ich eigentlich andere Pläne. Ich wollte zwar etwas Sinnvolles machen und Menschen helfen, wusste aber nicht genau wie. Deshalb begann ich zunächst ein Studium im Bereich IT Business. Doch schnell merkte ich, dass mir etwas fehlte. Auch ein Wechsel zu International Management änderte daran nichts.
Ich war auf der Suche nach einer Aufgabe, die wirklich zu mir passt – und ahnte nicht, dass die Antwort längst in meiner Vergangenheit lag.
Schon während der Schulzeit hatte ich ein einjähriges Praktikum am Klinikum Kehl gemacht. Es hatte mir damals sehr gut gefallen. Trotzdem dachte ich: „Da gibt es bestimmt noch etwas Besseres.“ Heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe.
Ein Anruf, der alles verändert hat
2023 kam der Wendepunkt eher zufällig. Für einen Nachweis meines früheren Praktikums rief ich Robert Püschel von der Pflegedirektion in Kehl an. Er fragte mich, was ich inzwischen mache, und brachte mich auf die Idee, eine Ausbildung in der Pflege zu beginnen.
Ich bewarb mich – und heute, im dritten Lehrjahr, kann ich sagen: Das war genau die richtige Entscheidung. Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß. Besonders schön finde ich, dass jeder Einsatzbereich anders ist. Ob auf der Geburtsstation oder in der Unfallchirurgie – jeder Tag bringt neue Erfahrungen.
Ausbildung und Studium gleichzeitig
Das Besondere an meinem Weg ist, dass ich parallel zur Ausbildung Pflegewissenschaften in Freiburg studiere. Die Kombination funktioniert für mich gut, weil ich organisiert arbeite und gerne Neues lerne.
Die Dozentinnen und Dozenten der AKADEMIE² unterstützen mich dabei sehr. Für Vorlesungen werde ich freigestellt und kann das Gelernte direkt mit meinen Praxiserfahrungen verbinden.
Was ich an der Pflege besonders schätze, ist ihre Vielfalt. Es gibt unglaublich viele Entwicklungsmöglichkeiten. Man kann direkt mit Patientinnen und Patienten arbeiten, organisatorische Aufgaben übernehmen, studieren oder später selbst ausbilden und unterrichten.
Ein Team wie eine Familie
Was meine Ausbildung an der AKADEMIE² aber wirklich besonders macht, ist der Zusammenhalt in meiner Klasse. Ich hatte noch nie eine Klasse, in der sich alle so gegenseitig unterstützen. Jeder wird einbezogen und kann sich einbringen.
Auch auf den Stationen erlebe ich eine wertschätzende Zusammenarbeit. Eine gute Arbeitsatmosphäre macht einen großen Unterschied – für das Team genauso wie für die Patientinnen und Patienten.
Liebe geht durch den Magen
Wenn ich nicht in der Klinik oder an der Schule bin, koche ich gerne. Für mich ist das pure Entspannung. Ich liebe es, Familie und Freunde mit einem guten Essen zusammenzubringen. Dabei probiere ich gern Neues aus – von deutscher Hausmannskost über Gerichte aus meiner Heimat Kamerun bis hin zu asiatischen Spezialitäten.
Mein Rat an dich
Die Pflege ist für mich viel mehr als das, was viele Menschen darüber denken oder erzählen. Mein Rat lautet deshalb: Mach das, was dir wirklich Freude macht. Wenn du etwas mit Überzeugung und Leidenschaft machst, bleibst du auch dabei.
Ich habe meinen Platz gefunden – und dafür bin ich jeden Tag dankbar.
Facts über Sandra
- Alter: 28 Jahre
- Ausbildung: Pflegefachfrau im 3. Lehrjahr, Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl
- Besonderheit: Absolviert parallel zur Ausbildung ein Pflegestudium in Freiburg
- Hobby: Leidenschaftliche Köchin
- Lebensmotto: „Mach, was dir am besten gefällt!“
Azubi-Botschafterin: Kathrin
Warum ich mit 45 noch einmal neu durchstarte
Manche fragen mich, warum ich mir das mit 45 Jahren noch einmal „antue“: eine neue Ausbildung, Prüfungsstress und das Lernen bis spät in die Nacht. Doch für mich ist der Weg zur Pflegefachkraft an DIE AKADEMIE2 kein Umweg, sondern die Erfüllung einer Herzensangelegenheit. Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern weiß ich: Es ist nie zu spät, seinen Platz zu finden.
Eine Entscheidung, die tief aus meinem Inneren kommt
Dass ich heute in der Pflege arbeite, hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Meine Eltern sind krank geworden... ich habe sie auch früh verloren. Meine Geschwister und ich haben sie selbst gepflegt. Damals fühlte ich mich oft hilflos, weil mir das fachliche Wissen fehlte. Dieser persönliche Verlust hat mich Schritt für Schritt in diesen wunderbaren Beruf geführt.
Starke Partner: Die AWO und die DIE AKADEMIE2
Acht Jahre lang war ich als Helferin beim AWO Seniorenzentrum Hanauerland tätig, bevor ich den Mut für die generalistische Ausbildung fasste. Die AWO hat mich von Anfang an unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch die Schule, DIE AKADEMIE2, ist eine enorme Stütze. Als Alleinerziehende habe ich besondere Bedürfnisse, und darauf wird bei der Einsatzplanung Rücksicht genommen. Meine Außeneinsätze sind immer in der Nähe meines Wohnorts. In der Nähe meiner Kinder.
Mehr als nur eine Mitschülerin: Die „Klassen-Mama“
In meiner Klasse bin ich die Älteste, anfangs fühlte sich das komisch an – besonders vor der ersten Klassenarbeit, als meine Hände vor Aufregung zitterten. Doch die Gemeinschaft ist einzigartig. Gleich zu Beginn des Schuljahres bin ich Klassensprecherin geworden, worauf ich sehr stolz bin. Viele meiner Mitschüler kommen aus Indien oder Ländern in Afrika. Sie schätzen meine Erfahrung. Sie sehen mich so ein bisschen als Mama. Ich unterstütze sie, wo ich kann, damit wir alle gemeinsam unser Ziel erreichen.
Kraftquelle Handball
Wie ich das alles schaffe? Mein Geheimnis ist der Sport. Nach langer Pause bin ich zum Handball beim TuS Helmlingen 1920 zurückgekehrt. Die Entscheidung, wieder mit dem Sport anzufangen war das Beste, was ich machen konnte. Wenn ich auf dem Feld stehe, finde ich die Energie, die ich für den Alltag zwischen Schichtdienst und Erziehung brauche.
Pflege mit Seele
Für mich ist Pflege kein Job, den man einfach nur „erledigt“. Ich pflege wirklich mit Herz. Ich will, dass die Bewohner glücklich sind. Ob ich mit den Senioren tanze oder ihnen einfach nur zuhöre – diese menschliche Wärme ist es, was mir Kraft gibt. Mein Rat an jeden, der eine Ausbildung in der Pflege machen möchte: Man muss mit Herz dabei sein. Das ist das Wichtigste.
Facts über Kathrin
- Alter: 45 Jahre
- Familie: Alleinerziehend, zwei Kinder (10 und 13 Jahre)
- Hintergrund: 8 Jahre Pflegeerfahrung bei der AWO
- Aktueller Status: 1. Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft an DIE AKADEMIE2
- Besonderes: Klassensprecherin
- Leidenschaft: Handballspielerin beim TuS Helmlingen 1920
- Credo: „Ich pflege mit Herz“
Azubi-Botschafterin: Emmanuelle
Mein Name ist Emmanuelle, ich bin 22 Jahre alt und befinde mich aktuell im zweiten Jahr meiner generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau. Dass ich heute hier in Deutschland im Klinikum Lahr stehe, war kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung. Ich bin extra aus Kamerun für diese Ausbildung hergekommen.
Ein Versprechen an meinen Vater
Dass ich in die Pflege wollte, hat einen persönlichen Grund. Mein Papa ist an Lungenkrebs gestorben. Damals war ich noch jung und fühlte mich hilflos. Ich wollte mich um ihn kümmern, aber ich wusste nicht wie. Daraus hat sich der Wunsch entwickelt, anderen das zu geben, was ich meinem Vater nicht geben konnte. Das treibt mich jeden Tag an.
Kulturschock und Sprachbarrieren
Der Anfang in Deutschland war nicht einfach. Es gab viele kulturelle Unterschiede. Ich war überrascht, dass Menschen ganz offen im Zug Bier trinken und dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen sind. Eine der größten Hürden war jedoch die Sprache. In Kamerun habe ich Hochdeutsch gelernt, aber hier sprechen viele Dialekt. Inzwischen verstehe ich das Badische zwar gut, aber ich sage immer lachend: „Ich verstehe, aber ich versuch’s nicht zu reden“.
Zwischen Klinikalltag und Lernstress
In der Praxis fühle ich mich besonders wohl. Mir macht es Freude, mit meinen Händen zu arbeiten, anstatt nur im Klassenzimmer zu sitzen. Dass ich für meine Arbeit geschätzt werde, geben mir die Patienten direkt zurück. Es berührt mich sehr, wenn sie sagen: „Gott sei Dank, Sie sind da“.
Doch der Weg ist nicht immer leicht. Besonders der Einsatz auf der Neurologie mit Schlaganfallpatienten war zu Beginn eine emotionale Herausforderung. Man sieht viel Leid, und man muss lernen, damit umzugehen.
Die Kunst, Grenzen zu ziehen
Um in diesem Beruf nicht auszubrennen, habe ich für mich eine klare Grenze gezogen. Ich versuche, mein Arbeitsleben von meinem Privatleben zu trennen. Mein wichtigstes Ritual ist das Umziehen. Wenn ich meine Arbeitskleidung anhabe, bin ich im „Arbeitsmodus“. Aber wenn ich meine persönlichen Kleidungen anziehe, weiß ich: Okay, Feierabend. Alles, was im Krankenhaus passiert, bleibt dort. Das schützt mich vor Überforderung.
Trotzdem ist es manchmal schwer, den Ausgleich zu finden. Früher habe ich gerne Bücher geschrieben, aber seit dem Ausbildungsbeginn fehlt mir oft die Zeit und die Kraft dafür. Manchmal lese ich und schaue Fernsehen.
Mein Rat: Verliere nie das Ziel aus den Augen
Wenn mich andere Azubis fragen, wie ich das alles schaffe, sage ich ihnen: „Das Wichtigste ist das Ziel, und das muss man immer im Kopf haben“. Die Ausbildung ist hart und man fühlt sich oft überfordert. Aber man darf nicht aufgeben. Die Unterstützung von DIE AKADEMIE2² hilft mir dabei. Die Lehrer sind wunderbar, sie erklären viel und sind sogar in ihrem Urlaub für uns Schüler erreichbar.
Pflege ist nicht einfach nur ein Job – es ist der Weg zu meinem Ziel, eine professionelle Pflegekraft zu werden und Menschen so gut wie möglich zu helfen.
Facts über Emmanuelle
- Alter: 22 Jahre
- Herkunft: Kamerun
- Ausbildung: Pflegefachfrau (Generalistik), 2. Lehrjahr
- Aktueller Einsatz: Neurologie im Ortenau Klinikum Lahr
- Hobbys: Lesen, Fernsehen und (ehemals) Bücher schreiben
- Ihre Botschaft: „Nicht aufgeben! Das Ziel am Ende ist es wert“.


















