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Erster ATA-Abschlussjahrgang feiert Premiere

Erstellt von Karina Caspers |

Mit dem Bestehen ihrer staatlichen Abschlussprüfungen haben sechs Absolvent*innen ihre Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) erfolgreich abgeschlossen.

Die Zeugnisübergabe der sechs Auszubildenden zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) markiert einen Meilenstein: Sie sind der erste Jahrgang, den die AKADEMIE² gemeinsam mit dem Ortenau Klinikum in diesem hochspezialisierten Beruf ausgebildet hat.

Als der „Pionierkurs“ im Jahr 2023 startete, war dies Neuland. Um das Projekt ins Laufen zu bringen und eine optimale, individuelle Betreuung zu sichern, beschränkte man sich bewusst auf eine kleine Gruppe. Das Konzept ging voll auf. Das betont auch Katharina Zipf, eine der beiden Absolventinnen, die die Ausbildung mit einer glatten Eins abgeschlossen haben: „Rückblickend kann ich sagen: Wir wurden von der Ausbildung alle positiv überrascht.“ Die Absolvent*innen stehen nun mit beiden Beinen fest im Berufsleben und starten direkt in einen verantwortungsvollen und vielseitigen Zukunftsberuf.

Zwischen hochmoderner Technik und Ausnahmesituation

Wer an die Anästhesie denkt, dem kommen oft zuerst hochkomplexe Narkosegeräte, Monitore und Computer in den Sinn. Und tatsächlich ist die technische Kompetenz in diesem Beruf enorm hoch. Doch die Besonderheit der ATAs liegt an einer ganz anderen, zutiefst menschlichen Schnittstelle: Sie sind es, die die Patientinnen und Patienten vor der Operation in Empfang nehmen. Diese Ausnahmesituation, so kurz sie auch sein mag, ist oft von Kontrollverlust, Scham und Ängsten geprägt. Diese Zeitspanne nutzen die ATAs, um eine echte, beruhigende Beziehung aufzubauen. Untersuchungen und Beobachtungen aus der Praxis zeigen: Patient*innen, die in diesen Momenten psychisch und physisch gut abgeholt werden, wachen im Aufwachraum nach der Operation nachweislich viel entspannter auf.

Kreative Wege zur Empathie: Das Offenburger Interview-Projekt 

Doch wie vermittelt man angehenden, oft noch sehr jungen Fachkräften eine solche empathische Haltung? Die mitverantwortlichen Dozenten Torsten Bauer und Tina Kepes gingen hierfür völlig neue, visionäre Wege. Direkt in der dritten Ausbildungswoche schickten sie die Klasse mit einem gemeinsam erarbeiteten Leitfaden in die Offenburger Innenstadt, um dort Interviews mit Bürger*innen über deren persönliche Krankenhaus- und Operationserfahrungen zu führen. Die Ergebnisse, die anschließend im Schulungsraum intensiv reflektiert wurden, sorgten für nachhaltige Aha-Effekte. Den Auszubildenden wurde bewusst, wie wichtig sensible Themen wie Scham, das Gefühl des Ausgeliefertseins oder die Berührung durch fremde Menschen im Klinikalltag sind. Ein innovativer didaktischer Ansatz, der Theorie und menschliche Reife perfekt miteinander verknüpfte.

Theorie und Praxis Hand in Hand 

Hinter dem Erfolg der Ausbildung steht eine intensive Ausbildungszeit: 2.100 Stunden theoretischer Unterricht an der AKADEMIE² und 2.500 Stunden praktischer Einsatz in den verschiedenen Kliniken und Fachbereichen mussten absolviert werden. Im Vergleich zur klassischen Fachweiterbildung für Anästhesie (die nach einer dreijährigen Pflegeausbildung erfolgt) verbringen ATA-Auszubildende in ihrer dreijährigen Direktausbildung die zwei- bis zweieinhalbfache Zeit direkt in der Anästhesie. Sie sind somit extrem fokussiert und hochspezialisiert qualifiziert.

Möglich wurde dies nur durch eine außergewöhnlich enge Verzahnung zwischen der Schule und dem Ortenau Klinikum. Durch regelmäßige Praxisanleiter-Treffen und einen permanenten, ehrlichen Austausch wussten Lehrkräfte und Praxisanleiter jederzeit genau, wo die einzelnen Teilnehmenden standen und wo Unterstützung nötig war. 

Die enorme Stoffmenge war zwar fordernd, doch die kleine Kursgröße erwies sich als unschätzbarer Vorteil. „Es war schon viel Wissen, das wir uns aneignen mussten, aber wir bekamen viel Unterstützung von den Lehrerinnen und Lehrern“, erinnert sich Absolventin Mareike Gmeiner. Ein anderer wichtiger Aspekt war die enge Begleitung im Klinikalltag: „Unsere Praxisanleiter haben uns Schritt für Schritt in die Anästhesie eingeführt“, betont Katharina Zipf. Ihr Praxisanleiter vom Ortenau Klinikum Lahr ließ es sich nicht nehmen, an der Abschlussfeier in Offenburg teilzunehmen und Katharina Zipf zu ihrem erfolgreichen Examen zu gratulieren. 

Überhaupt war Lernklima im kleinen Klassenverband von einem kollegialen, fast familiären Miteinander geprägt, das Raum für echte Persönlichkeitsentwicklung.

Ein Gewinn für die Region: Alle Absolvent*innen bleiben an Bord

Der Bedarf an solchen hochqualifizierten Fachkräften in der Ortenau ist groß – nicht zuletzt durch den anstehenden Offenburger Neubau des Ortenau Klinikums und die altersbedingte Fluktuation im Team. Umso schöner ist die Nachricht: Alle sechs frisch examinierten ATAs wurden direkt übernommen, haben ihre Festanstellung in der Tasche und verstärken ab sofort die Teams vor Ort. Sie sind voll einsatzbereit, da sie ihre zukünftigen Arbeitsplätze bereits aus dem Effeff kennen. 

Andreas Heck, geschäftsführender Direktor der AKADEMIE² und Schulleiter, sagte in seiner kurzen Ansprache: „Der erste erfolgreiche Abschlussjahrgang der Anästhesietechnischen Assistenz an der AKADEMIE² ist ein besonderer Anlass zu Freude, Stolz und Anerkennung. Die Absolventinnen und Absolventen haben in ihrem kleinen Klassenverband Hervorragendes geleistet. Sie sind fachlich wie persönlich bestens darauf vorbereitet, Patientinnen und Patienten in diesem anspruchsvollen Beruf kompetent und zugewandt zu betreuen. Darin zeigt sich auch das große Engagement der betreuenden Pädagoginnen und Pädagogen. Sie haben die Ausbildung organisatorisch und inhaltlich hervorragend gestaltet und die Auszubildenden zugleich persönlich und individuell begleitet.

Mein besonderer Dank gilt dem Ortenau Klinikum als Träger der praktischen Ausbildung und insbesondere Vorständin Kathleen Messer für das entgegengebrachte Vertrauen sowie für die engagierte Umsetzung der praktischen Ausbildung. Und natürlich dem gesamten Kollegium im Hintergrund für die hervorragende Gestaltung dieser Ausbildung.“

Wie geht es weiter? Jetzt bewerben! 

Nach dem Erfolg des Pionierkurses steht die Zukunft der Ausbildung an der AKADEMIE² bereits fest: Der Beruf soll fest etabliert werden, mit dem Ziel, jedes Jahr im Oktober einen neuen Kurs zu starte. Der nächste Jahrgang steht bereits in den Startlöchern und beginnt im Oktober 2026.

Wer Interesse an dieser vielseitigen Ausbildung an der Schnittstelle von modernster Medizin, komplexer Technik und tiefer Menschlichkeit hat, kann sich bewerben. Mareike Gmeiner sagt: „Die ATA-Ausbildung ist für alle spannend, die an Medizin interessiert sind. Sie ist eine Art Brücke zwischen Medizin und Pflege. Auf jeden Fall eine Herausforderung – mit der echten, hautnahen Action im OP.“