Menschliche Anatomie, sterile Zonen, hochmoderne Medizintechnik und präzise Instrumentenführung: Der Beruf der Operationstechnischen Assistenz (OTA) gehört zu den anspruchsvollsten und technisch fundiertesten Berufen im Gesundheitswesen. Dass High-Tech-Medizin im Operationssaal längst keine reine Männerdomäne mehr ist, unterstrich dieser Jahrgang eindrucksvoll. Was vor drei Jahren mit 26 Auszubildenden begann, entwickelte sich im Laufe der Ausbildung zu einem reinen Frauenkurs („Girls only“). Am Ende nahmen 16 hochqualifizierte Absolventinnen vor rund 100 Gästen ihr Examen in Empfang.
Spitzenleistungen und Leidenschaft für Medizin-Technologie
Wie intensiv und praxisnah die Ausbildung an der AKADEMIE² gestaltet ist, spiegelte sich im gesamten Ausbildungsverlauf wider. Neben dem theoretischen Unterricht sammelten die Auszubildenden tiefgehende Praxiserfahrungen – von Nähversuchen an Hähnchen und Bananen über die Blutstillung mittels HF-Chirurgiegeräten bis hin zu anspruchsvollen Instrumentiertätigkeiten bei komplexen Operationen.
Exkursionen wie der Besuch der Aesculap AG in Tuttlingen – einem der weltweit führenden Hersteller für chirurgische Instrumente und Medizintechnik – gaben den Absolventinnen wertvolle Einblicke hinter die Kulissen der modernen Medizintechnik.
Das Ergebnis dieses Engagements spricht für sich: Vier Absolventinnen wurden für Spitzennoten ausgezeichnet. Joana Felicia Schulz, Sina Merkel und Melina Jessica Fraß erreichten jeweils die Traum-Examensnote 1,33, gefolgt von Isabell-Sophie Kolb mit 1,66.
Starke Stimmen zur Examensfeier
AKADEMIE²-Geschäftsführer Andreas Heck betonte in seiner Ansprache: „Dieser Beruf verbindet höchste fachliche Handwerkskunst im OP mit echter Zwischenmenschlichkeit. Sie tragen ab heute diese große Verantwortung im OP-Saal.“
Besonders würdigte Andreas Heck auch das Engagement von Lucy Marie Kaufeisen, Hatice Konur und Joana Felicia Schulz, die sich während ihrer Ausbildungszeit als Ausbildungsbotschafterinnen engagiert hatten.
Auch die Dozenten drückten ihren Stolz auf die Entwicklung des Kurses aus. Kursleiter Marcel Keller betonte: „Sie haben sich durch drei intensive Jahre gekämpft und gezeigt, was in Ihnen steckt. Sie nehmen all Ihre Kompetenz und Ihre Persönlichkeit mit in den sterilen OP-Saal – und genau dadurch machen Sie diesen Arbeitsort menschlich und lebendig.“
OTA-Schulleiter Martin Birkergänzte mit Blick auf die dynamische Entwicklung des Berufsfelds: „Der OP ist dynamisch und verantwortungsvoll. Bewahren Sie sich Ihre Neugier und den starken Teamgeist, den Sie über die drei Jahre bewiesen haben.“
In ihrer gemeinsamen Abschlussrede blickten Lucy Marie Kaufeisen und Kurssprecherin Elly Graf dankbar auf den Weg vom ersten Schultag bis zu den eigenverantwortlichen OP-Diensten zurück und dankten dem gesamten Schul- und Praxisteam für die Begleitung auf diesem Weg.
KI-Premiere und Blick in die Zukunft: VR-Brillen im Unterricht
Die Examensfeier stand ganz im Zeichen des digitalen Wandels. Da der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der pflegerischen und medizinischen Bildung an der AKADEMIE² bereits fest verankert ist, überraschte die Kursleitung das Publikum mit einer speziell KI-gestützten Abschluss-Präsentation, die die Highlights der drei Ausbildungsjahre auf innovative Weise Revue passieren ließ.
Und die technologische Reise geht direkt weiter: Im nächsten Ausbildungsjahrgang hebt die AKADEMIE² die Lehre auf das nächste Level. Mithilfe von VR-Brillen und virtuellen Lernwelten von opmenta werden zukünftige Auszubildende OP-Abläufe, Raumstrukturen und Instrumentenlehre noch realistischer und ortsunabhängig in der virtuellen Realität trainieren können.
Trägerübergreifende Zusammenarbeit
Die 16 Absolventinnen wurden in einem breiten Netz regionaler Kooperationskliniken ausgebildet – darunter die Ortenau Kliniken, das Klinikum Mittelbaden (Baden-Baden/ Rastatt), das MediClin Herzzentrum Lahr, die Orthoklinik Offenburg, die Kreiskliniken Freudenstadt, das SRH Klinikum Langensteinbach sowie das Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim. Die AKADEMIE² blickt stolz auf die erfolgreiche trägerübergreifende Zusammenarbeit zurück, die diese hochqualifizierten Fachkräfte hervorgebracht hat.
Der OP-Saal der Zukunft fordert beides: höchste technische Kompetenz und menschliches Einfühlungsvermögen. Der diesjährige Jahrgang hat eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in diesem Berufsfeld steckt. Für die AKADEMIE² ist dieser Erfolg Ansporn, den Weg der innovativen Gesundheitsbildung konsequent weiterzugehen und auch in den kommenden Jahrgängen angehende OP-Talente – ganz gleich ob weiblich oder männlich – auf ihrem Weg zu begleiten.







