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„Ein Hoch auf uns“: So feierte der GPA-Kurs 2023/26 sein Examen in Lahr

Erstellt von Karina Caspers |

Mit einer klaren Forderung an die Politik, persönlichen Wünschen und viel Applaus verabschiedete die AKADEMIE² ihre neuen Pflegefachpersonen.

Ihre Ausbildung zur Pflegefachperson ist beendet. Ihre Stimme wollen sie trotzdem weiter erheben. Das machten Kursprecherin Sarah Faller und Kursprecher Dmitri Galischew in ihrer Abschiedsrede deutlich. „Wir wünschen uns, dass diejenigen, die über unser Gesundheitssystem entscheiden, auch diejenigen hören, die täglich darin arbeiten“, so Galischew. „Deshalb erlauben wir uns heute einen höflich formulierten Gedanken: ,Herr Merz, bei allem gebotenen Respekt: Mögen Sie Ihre gesundheitspolitischen Entscheidungen künftig dort überprüfen, wo die Realität noch nicht aus Pressemitteilungen besteht.‘“

Galischews Worte trafen einen Nerv: Die rund 100 Gästen, die zur Zeugnisübergabe in die Cafeteria des Ortenau Klinikums Lahr gekommen waren, quittierten die Rede mit großem Applaus. Darunter AKADEMIE2-Geschäftsführer Andreas Heck und Ulrich Stirnadel, Schulleiter des Bildungshaus, sowie Stefan Ries,Pflegedirektor Ortenau Klinikum Lahr und Wolfach und Christof Mutter,Klinikdirektor Ortenau Klinikum Lahr. Mit ihrer Rede machten die beiden Kursprecher zugleich deutlich, dass sie ihren Beruf nicht nur fachlich, sondern auch berufspolitisch verstehen. Drei der insgesamt 15 Absolventinnen und Absolventen zeigten diese Haltung bereits während ihrer Schulzeit und waren als Ausbildungsbotschafter unterwegs, um jungen Menschen und der Öffentlichkeit die Vielfalt und den Wert des Pflegeberufs näherzubringen.

Zwischen Corona, KI und dem echten Pflegealltag

Die dreijährige Ausbildungszeit hielt für die Klasse besondere Herausforderungen bereit. Als der Kurs am 1. Oktober 2023 mit ursprünglich 28 Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Kulturen und Lebenshintergründen startete, wartete beim ersten Praxisblock direkt eine Belastungsprobe: Praxisanleiterin Katrin Jürgens-Bohl erinnerte sich schmunzelnd daran, dass sie und „das halbe Team“ in der Einführungswoche mit Corona im Bett lagen. Die Klasse musste also gleich zu Beginn Flexibilität beweisen – und wuchs dabei schnell zusammen.

Auch die Künstliche Intelligenz hielt während der drei Ausbildungsjahre Einzug in den Unterricht. ChatGPT konnte bei der einen oder anderen Lernaufgabe unterstützen. Doch in ihrer Abschlussrede zogen die Absolventinnen und Absolventen eine klare Grenze: „Kein Lehrbuch und keine KI kann beibringen, wie man für Menschen einsteht, die gerade selbst nicht stark sein können.“

Vom Kinofilm zum echten Berufsleben

Andreas Heck verglich die Ausbildung in seiner Ansprache mit einem Kinofilm. Wer nach einem Blockbuster bis zum Ende im Saal bleibt, sieht im achtminütigen Abspann, wie viele Menschen hinter den Kulissen zum Erfolg beigetragen haben. Ähnlich sei es auch in der Pflegeausbildung: „Hinter jedem Examen stehe ein ganzes Team aus Schulleitung, Lehrpersonen, Praxisanleitenden und Praxisträgern.“

Nach 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis, kniffligen Projekten wie der eigenen „Lehr-Lern-Station“ und gemeinsamen Highlights im Kletterpark steht nun der Rollenwechsel an: Aus den Auszubildenden werden eigenständige Pflegefachpersonen, die künftig selbst Vorbilder für den Nachwuchs sind.

Berufliche Zukunft und feierlicher Ausklang 

Auch Stefan Ries betonte: „Ihr Weg als Pflegefachfrau und Pflegefachmann beginnt genau jetzt. Sie haben heute den Grundstein gelegt, um Ihre berufliche Zukunft aktiv zu gestalten.“ Zudem unterstrich er, dass Pflegekräfte dringender denn je gebraucht werden. Dafür spricht auch die Tatsache, dass alle Absolventen mit bestandenem Examen bereits ihren Arbeitsvertrag in der Tasche haben.

Die wohl emotionalsten Worte richtete Kursleiterin Doreen Luckau an „ihre“ Auszubildenden: „Es ist ein Beruf, in dem Sie etwas bewirken können. Sie werden Menschen begegnen, die Ihnen vielleicht nur für kurze Zeit anvertraut sind – und trotzdem können Sie für diese Menschen einen Unterschied machen: durch Ihr Wissen, durch Ihre Haltung oder manchmal einfach dadurch, dass Sie da sind. Das ist Pflege.“

Katrin Jürgens-Bohl ermutigte die Absolventinnen und Absolventen zum Abschied: „Bleibt berufspolitisch interessiert, hinterfragt und mischt euch ein!“. Für die musikalische Umrahmung sorgte Aaron Roth. Mit „Ein Hoch auf uns!“ setzte er zum Abschluss genau den richtigen musikalischen Akzent für einen Jahrgang, der nun seinen eigenen Weg in der Pflege beginnt.